Reiseblog PCT 2019

T-10

So abgelenkt ich die letzen Tage auch war, so langsam packt mich irgendwas. Besser wäre, wenn dieses Etwas mal den Rucksack packen würde. Ich kann nicht sagen das ich mich freue, ich bin eher neugierig.. Schneckepecke fährt mich zum Tejel. Irgendwie krass wie und wer sich alles verabschiedet. Das macht mir irgendwie Angst.

Die lieben sieben Sachen

Verdammt, meine Blackroll wehrt sich echt heftig – also sich harmonisch ein- und unterzuordnen. Naja, ich bringe sie schon noch dazu, sich harmonisch ins Gesamtbild einzufügen. Wäre doch gelacht.

Alternativer Ranzen

Mit Hängen und Würgen versuche ich, Platz für so wichtige Utensilien wie ein Springseil, meine geliebte Blackroll, mein Malen nach Zahlen XXL zu machen. Looping Loui wäre bestimmt auch nett mal im Wald zu spielen. Mit Frau Fuchs und Herr Elster zum Beispiel.

Seitdem die wissen, dass ich komme gehen, die mir gut auf die Nüsse, dass ich Phase zehn und die Siedler von Catan mitbringen soll und Auto- und Flugzeugkarten. Als hätte ich nichts wichtigeres zu tun. Pff.

Na ich gucke mal, irgendwo hab ich bestimmt noch Scotland Yard und das Spiel des Lebens. Mau Mau hab ich auch noch irgendwo.

Flug verpasst, Rucksack noch in Europa und Handy weg

Aber schön der Reihe nach.

Obwohl ich 2 Stunden früher am Flughafen war, hab ich es geschafft mein ersten Flug zu verpassen. Na das kann ja heiter werden. Da war eben so eine lange Schlange und ich, die Ruhe weg wie immer, setzte mich einfach auf eine in der Nähe stehenden Bank und sehe den Menschen beim Stehen zu. Die Schlange wurde irgendwie nicht kürzer. Irgendwas stimmt da nicht, schnell konnte ich in Erfahrung bringen, dass das die Boardingschlange für eine ganze Reihe von Flügen ist. Ich also: Lass mich Arzt in bin Durch vorne an die Schlange ran. Der Onkel am Scanner wollte gerade mein Gelumpe durch schieben. In dem Moment winkt im Hintergrund ne Tante und gibt dem Scannertypen damit das Zeichen: „Hier ist Pumpe“.

Schönet Ding, na das kann ja Eiter werden. Ohne Zeit damit zu verlieren, im Selbstmitleid zu ersaufen oder mich selbst zu rügen, zappel ich zum anderen Ende des Flughafens und checke meinen eingecheckten Rucksack wieder aus, wetze zu Thomas Coock und buche mir für 265€ ‘nen neuen Flug nach Frankfurt. Es besteht durchaus noch die Chance, mit Hängen, Würgen, Hoffen und Beten den nächsten Flug noch zu bekommen. Naja, lange Rede kurzer Sinn, ich bin jetzt hier, also da wo ich hinwollte, beim Trail-Angel-Pärchen Frodo und Scout (Barney and Sandy Mann) in San Diego. Ich mach jetzt erst mal den Kopf zu. Später gibt’s dann noch Berichte zu Handy und Rucksack.

Kurze Nacht

Nach nur 4h war 5uhr Schluss mit Schlafen. Weil mit mir noch vier weitere Wandersmänner- und Frauen so spät ankamen, durften wir im Wohnzimmer schlafen..

Meine Handy war nie wirklich weg. Ich hab es wohl während meines ersten Nickerchens auf dem zweiten Flug von Tisch gekickt. Danach war es bis kurz vor der Landung unauffindbar. Die Erlösung kam als sieben Reihen hinter mir jemand freundlich aber bestimmt mit meinem Handy in der Luft rumfuchtelte. Bis dahin war es schon ein ziemlich mulmiges Gefühl.

Was steht heut noch an: Mich um meinen Rucksack kümmern. Handykarte und letze Besorgungen machen.

Der dekadente Ausblick aus dem Garten Frodos und Scout

Rucksack wird geliefert.

Easypeasy. Ein Anruf. 22 Uhr (was wahrscheinlich in meinem Kopf zukünftig nur “10pm” heißen wird), dann kann ich mein zukünftiges Haus wieder in die Arme schließen.

Hallo kleiner Freund

Randnotiz: ich hab schon zwei Piepelze und Piepelinen kennengelernt, die auch eine Blackroll haben, allerdings nur eine Mini. Neidvoll glotzen sie auf mein reisen Teil ^^ – Das kenne ich sonst nur anders herum ^^.

The Black Hammer

Kreditkarte funktioniert nicht? WTF

Meine Strähne reißt nicht ab. Ich war gerade mit Dirk und Dirk (sind zweieiig – alle beide – könnten aber eineiiger nicht sein) und nen paar anderen Gestallten im Adventure 16 (Outdoorladen like Globaltrotter) die letzten Essentiales besorgen.

Dirk und Dirk

Im Uber (welcher, so schien es mir zu mindest, von einem völlig bekifften Nerd gefahren wurde – was er zumindest besser konnte als stehen) sagt Dirk eins zu Dirk zwei: in Berlin haben alle die gleichen Eltern – Mama Halblang und Papa Lapapp.

Naja jedenfalls habe ich im Adventure 16 ‘nen Kocheraufsatz für Gaskartusche, ein mich vor der Sonne schützendes Hütchen, ne Kopflampe und ‘ne Alu-Kackeschippe geholt. Nach mehrmaligen Versuchen mit meiner Kreditkarte zu bezahlen gab ich es auf und ließ mir den Shit erstmal von einem anderen Dude auslegen. Verdammt.

Die Kacke-Schippe liebe ich jetzt schon, die Lampe ist doof und wird eventuell umgetauscht

187€ später und zurück im Backyard von Scout und Frodo (ich weiß immer noch nicht wer, wer von beiden ist) konnte ich in meinen Kreditkarten Einstellungen feststellen das die USA ge-GEO-blockt war. Indien und USA. Indien ok, aber USA? Warum? So viele Länder, Länder wie Nordkorea, Pakistan und andere üble Schurken nicht, aber USA. Ja-ne is klar.

Wieder ein Problem weniger beziehungsweise eine Herausforderung genommen.

Meine erste Nacht im Freien

Schlufte ich gestern noch im Wohnzimmer finde, ich mich heute im Freien liegend wieder. Immer noch im Garten der Trail-Angels, aber schon mal unter dem schützenden Dach eines Pavillons auf einer Isomatte. Immer schön langsam. In einer Stunde könnte mein Rucksack kommen. Allerdings will noch keine Freude aufkommen. Erst wenn ich ihn wirklich in den Händen halte, werde ich die Fäuste in die Luft reckend, einen bärenmäßigen Brunftschrei von mir geben – aber nur ganz leise, denn viele schlafen schon. Hier noch ein paar Impressionen:

Nochmal was Gesundes zum Schluss

Ich glaub, andere Gründe sind naheliegender

Jedem Rescher seinen Bescher

Ein weiter Vitaminvorrat – #Vorbereitung ist alles

Kleine Pins zeigen die Herkunft der Wanderer

Die Größe – oftmals fälschlicher Weise überbewertet ?

Rucksack Updates

Da aber nicht da. Eigentlich sollte mein Rucksack gestern Abend noch von Alaska-Airlines kommen. Also er sollte direkt hier zu Scout und Frodo gefahren werden. In den Händen halte ich ihn aber noch nicht. Allerdings soll er sich wirklich schon am Flughafen befinden. Ich hab in fünf stunden die Möglichkeit irgendwo mitzufahren und ihn persönlich in Empfang zu nehmen. Freuen kann ich mich trotzdem noch nicht. Was für eine Odyssee.

Die Nacht war auch irgendwie nur Medium Fine. Ich hab nur Grütze geträumt und die war nicht gerade rot. Glaub ich esse eine Kleinigkeit und versuche nochmal ein paar Stunden zu schlafen. Hier ist es sechs Uhr at the Moment. so good Night, good flight ?

Reunion

Es muss ausgesehen haben wie ein Fest, eine großartige Party, ein Kind und sein Rucksack wieder vereint. Überall bunte Lichter und Konfetti und Luftschlangen, Girlanden, Partyhüte und im Zentrum – mein Rucksack und ich, in Zeitlupe aufeinander zu rennend.

So hat es zumindest in meinem Kopf stattgefunden. Ich bin mir aber sicher, dass auch die Menschen right next to me einen Funken Magie spüren konnten.

California, the Place were magic happend. ^^

So schaut’s hier

Das große Packspiel hat begonnen

Der Volksmund sagt ja eigentlich, dass Platz in der kleinsten Hütte ist. Nur habe ich keine Hütte sondern ne etwas größere Rückentüte.

Happa Happa für 3-4 Tage

So many Zeugs

Uff. Wohin jetzt damit?

An Trumps Mauer / die ersten Meilen / Camp one

Naja das was da steht ist nicht wirklich von der Mohrrübe mit Tupet. Das stand wohl alles schon vorher. Heute fünf Uhr war Aufstehen angesagt, sechs Uhr kamen dann Freiwillige und Freunde und haben uns zum Startpunkt gebracht.

Das machen die alle aus freien Stücken, unglaublich!

Die heutigen Starter

Land in Sicht, ganz viel Land

Hallo Mutti ✋???✋???

Echt schnieke so die Landschaft

Geile Meile

Alle guten Dinge sind dry

Die gute Ostdeutsche Zweikopfpajukapalme, oder so…

Da wohnen die Schoschonen

Und da pennt Clark Kent

Tag zwei

Ich hab gepennt wie ein Stein. Im Morgengrauen ging dann wieder das Packspiel los, ging schon besser dieses Mal. Von den fünf Liter Wasser die ich bei hatte ist nur noch nen Spuckeschluck übrig. Nach fünf Löffeln Erdnussbutter und Einer Handvoll Trockenobst gings dann los.

Gestriges Abendgrauen

Steine

Das letzte bisschen Schatten für heute

Da gehts lang

Wie gesagt, mit Wasser sieht es ziemlich mau aus. Und dann… Die Erlösung, ein Strahl puren Sonnenlichts schien auf diese wundervolle Quelle, an der ich mich dann reichlich mit reinsten Wischwasser besoff.

In Germany we call it Pfütze

Übersetzt steht da in etwa: wenn du bis hier her gekommen bis, hast du noch nichts geschafft.

Ein handtellergroßes Falterlein

Ich hab mir gerade nen Witz ausgedacht. Wie nennt man ein Kind das sehr aggressiv Tischtennis spielt? Ein Schmetterling. ?

Hier viel mir ein weiterer Witz ein.

Wie nennt man einen Nackedei der hinter einem Felsen hervorspringt? Einen Spitzwegerich. Naja der ist vielleicht noch ausbaufähig.

Lake Morena / Trailangels Part 2

Tag zwei ist geschafft. Ich hab nicht wirklich Längenmeter gemacht, aber dafür Höhenmeter. Ich bin in meinen Minimalschuhen ziemlich lahm unterwegs, aber das ist ok für mich. Schnelligkeit war nie meine Stärke. Lake Morena schien mir ein ausgezeichneter Platz, Endstation für Tag zwei zu sein.

The Place to be

Fieser Pikerbusch

Nach meiner ersten ernsthaften Verletzung (wäre fast verblutet) war ich froh meinen Schlafplatz zu erreichen.

Ich habe ständig das Intro von Fred seinem Feuerstein und Barney seinem Gerölleimer im Kopf

Das Stückchen Weg war heut schon irgendwie hart.

Da ist großes Wasser

Eins Schild

dieses Kraut wird hier geraucht^^

Hikerbox two

Ganz oben links war eine Dose Tunfisch (sicherlich nicht artgerecht gefangen). Boa. Ich hab bisher ja nur Tunfisch im „eigenen Saft“ gegessen. Dieser Formfisch war in Öl. Ich hab länger gebraucht die Dose zu öffnen als den Inhalt zu verschlingen. Das war echt gut!

Stone Dancer

Diese gute Frau ist ein Trailangel. Sie ist freiwillig hier. Sie lief den PCT 2007. Ihr Trailname Stone Dancer ruht daher, dass sie wohl bei Flussüberquerungen wie eine junge Gazelle gehüpft ist, tänzerisch von Stein zu Stein. Sie schrie mich einfach an: komm ran Junge, du kommst perfekt zum Abendessen. Was für eine Welt.

Kostenlose Sandwichmahlzeit von SD

Camp zwei

Das ganze Gelaufe und Getrage ging heute schon wesentlich besser. Ich hab oft pausiert und geglotzt, die Landschaft ist echt unglaublich. Ich höre keine Musik und bin beim Laufen alleine. In mir findet aber rege Konversation statt. Ich versuche, mich bei den Gesprächen da oben erstmal rauszuhalten…

Schlafenszeit

Start Tag drei

Bin mal wieder Bummelletzter, aber wir alle wissen ja, hinten ist die Ente fett. Hab in zwei Tagen über Stock und über Stein (sehr viele und große Steine) 32km geschafft. Heute versuche ich mal ein bisschen anzuziehen. Mit meiner Buchse hab ich’s ja schließlich auch geschafft. ??‍♂️

Ich bin da beim überdeckten weißen Pünktchen

Packspiel (Tetris Theme im Kopf) dimdididim dididim dimdim..

Fettig!

Noch ein bisschen Ballast abgeworfen und Leichteres sozialistisch umgelagert

Diese Hikerboxen sind schon echt ne klasse Sache.

Ich watschle dann mal los.

Weisheit des Tages: Der PCT ist kein Sprint sondern ein Marathon. Also immer schön locker durch die Hose atmen. Rom wurde schließlich auch nicht an einen Tag erbaut und ich bin mir ziemlich sicher, das die noch nicht mal Hosen hatten, durch die sie hätten atmen konnten. In diesem Sinne: abspaziert.. ??‍♂️

Warm isset, bestimmt um die 80 Grad, mindestens!

Ein nicht enden wollender Tag drei

Mit Hans als Vorarbeiter wären die Kantensteine hier besser gesetzt

Die Landschaft ändert sich im Stundentakt

Flossing im Flus

Rechts – der Traumzauberbaum

Ob sich hier meine unzähligen Balletstunden auszahlen würden?

Dann musste ich erstmal einen reißenden Fluss überqueren.

Klassischer Dreierhop

Umweg um zu Planschen

Ausgiebiges Bad… und dann sah er DAS

Schlüpper hoch und ab die Post!

Das Paradies schien nicht mehr sicher. Ununterbrochen um mich sehend beagab ich mich zurück auf den Trail.

Was die Eiszeit so alles stehen lässt.

Nach gefühlt unendlich vielen Kilometern fand ich Menschen. Bin noch nicht bereit alleine zu schlafen. Ich hab zu pfeifen begonnen, und wieder aufgehört. Scheint nicht so meins zu sein.

Einige bekannte Zelte

Ja, Laufen ist halt das neue Stehen / Tag vier oder so.

Nach den ersten 30, 50, 55 Schritten musste ich erstmal innehalten. Ich habe einen Körper. Er tut weh. Die Zero-Day-Gedanken – habe ich, seitdem ich den ersten Tag geschafft habe.

BBB – Busch Baum Berg

Kaputter Trauerartenweidiger Baum

BM Arena

Hab ich gesehen, musste ich sehen. Sah vielversprechend aus, Shakespeare oder Tarantino soll laufen.

Ja wat? Kannste nicht Kiecken

Lief nüscht jutet, eher garnichts. Ich frage mich, in wieviel Jahren hier wohl jemand mit dem Telefon beamt und streamt.

Wie trägt man einen Rucksack?

Einen Rucksack schnürt man wohl von unten nach oben. Ja schön und gut, da sind aber so viele Strippen dran. Jesus, an welcher ziehst du und in welcher Reihenfolge? Naja, jedenfalls hat mit ein Typ erklärt (nennen wir ihn spaßeshalber Typ), dass ich bestimmte Dinge in einer bestimmten Reihenfolge machen muss (jedes Mal wenn ich aufsattel). Mir eröffnete sich ein völlig neuer Horizont. Meine unvorstellbaren Schulterschmerzen bekamen jetzt auch ihre Daseinsberechtigung.

Warum sagt mir das aber auch niemand!?

„Ey du Quarktasche, sattel da mal dein Geschirr richtig, sieht ja albern aus!“

Es könnte so einfach sein, wenn dir Menschen ständig ihren guten Willen überhelfen. Haben sie aber nicht gemacht, deshalb: Schulter aua! Es erscheint mir wichtig den Fehler hier im Außen zu suchen. Ich bin halt noch ein jungfräuliches Wandermännchen. Auf jeden Fall hab ich viele neue englische Worte gelernt, welche ich eine Minute später schon wieder vergessen haben. Scheint mir ein erfolgreicher Tag. Ich bin dann mal auf der Suche nach meinen Zelt, meine Stirnlampe erleuchtet (mir aber nicht viel). N8!

Still Mount Laguna

Weit hab ich es heute nicht geschafft. Ich versuche, auf meinen Körper zu hören. Im Moment bewirft er mich pausenlos mit Ausdrücken jenseits von gut und böse. Ich denke nicht das es eine gute Idee ist, sich sein Vehikel zum Feind zu machen. Zumindest noch nicht…

Springfield

Ei Kartoffel Parmesan und Knofi

30 Dollar später

Hab mir ein Abschleppseil gekauft. Ich finde, jeder hier sollte das machen. Wenn du jemanden triffst der nicht mehr weiter kann – anbinden / mitschleifen. So die Theorie. Ich hab mir den dicken Bindfaden aber eigentlich als Wäscheleine geholt. Ist unausgepackt im Rucksackboden gelandet. Schlüpper, Nicki und Socken zum Trocknen in den mir nahe liegenden Baum gepfeffert.

Mensch eins bis acht

Auf dem Mond ist kein Empfang

Gestern bin ich knapp 25km (zirka 15 Milen) gewatschelt. Die ersten paar Kilometer waren wieder ein regelrechter Kampf. Wenn der Motor aber erstmal warm gelaufen ist und der untere Kolben (mein gesamter unterer Bewegungsapparat sei hier natürlich gemeint) geschmiert ist, läuft es sich schon ganz fidel. War echt ne coole Strecke. Gab reichlich Aussicht und beängstigend steile Abhänge. Die ersten 50 Meilen habe ich durchbrochen und das dritte Mal eine klappernde Schlange gesehen. Wie laut die sind – unglaublich! Ich hab Blasen, Sonnenbrand und Rücken. Ich entschied mich für heute Schluss zu machen und schlug mein Lager auf ungefähr 1500 Höhenmeter, in einer mondähnlichen Landschaft auf. Später gesellten sich noch ein Rentnerpärchen und eine Tante zu mir.

Erinnert mich an den Trickfilm mit diesem Maulwurf der in die Stadt zieht

Juhu Wasser \o/

Ist das da ein dreiäugiger Fisch mit Buckel?

Weg

Berge mit verschiedenen Farben

Ein Robert

Stagecoach Trail

Hinter dem Namen verbirgt sich ein überschätzter Campingplatz, drei Meilen abseits vom Trail. Mir ging das Futter aus. Hatte also nur bedingt eine Wahl.

Aber der Morgen fing in der funklöchrichgen Mondlandschaft an. Ich wäre fast auf einen Skorpion gelatscht.

Davon war aber nicht die Rede!?

Nachdem ich den Skorpionking einfach ignoriert habe (ich hab einfach so getan, als ob ich ihn nicht mehr sehe) und meine sieben Sachen aufgeladen hatte, machte ich mich auf einen 35 Kilometer langen Weg.

Den Haufen da gerade zu hab ich auch noch genommen


Schirmchen

Tatsächlich sind hier viele dieser Schirmherren und Damen unterwegs. Scheint ein adäquates Mittel gegen die Sonne zu sein.

da rempelt mich doch glatt do ein kack Tuss an


Trotz WLAN kein Upload möglich

Ich würde ja gerne wieder ein paar Impressionen hochladen. Im Moment funktioniert es aber nicht. Dieser Wüstenabschnitt ist schon harter Tobak. Tagsüber 35 Grad und nachts fliegt einem das Zelt unterm Arsch weg. Naja, Jammern auf hohem Niveau. Bin halt immer noch am Anfang. Sowohl physisch als auch psychisch. Na dann: Happy Hiking!

Bilder gibt’s, sobald es geht.

Hitchhiking to Waners Springs

Es ist erstaunlich, wie schnell aus brütend stürmender Hitze, Regen und Kälte werden kann. Ich entschied mich, weil ich mental ein bisschen down war, einfach an jemanden dranzuhängen, quasi in den Windschatten. – Verantwortung abgeben, Kraft sparen und einfach mitklatschen. Wat machst du? Oh! Ich auch. ? Danach war mir. Alisha, Hanna und Ian schienen mir die Auserwählten.

Alisha, Ian, Hanna

Wir liefen uns bisher öfter über den Weg. Die drei Amis sind sehr erfahren und strahlen familiäre Routine aus. Die Wetterprognose hat für die nächsten eineinhalb bis zwei Tage Sturm und andere Formen von Unwetterlichkeiten vorher gesagt. Ein Grund mehr, ein bisschen zu schummeln. Hitchhiking war angesagt.

Den Daumen haben wir nicht wirklich raushalten müssen

Trailangel „Ghost“ dreht hier täglich seine Runden und sammelt „obdachloses“ Gesocks auf

Vermutet man hier einen hillbillyartigen Hinterwäldler, liegt man komplett daneben. Der Van in dem wir fuhren, würde zwar in Deutschland keinen TÜV bekommen. Dafür waren beim Besitzer alle Schrauben mehr als fest. Die Worte die er sagte waren einfach und klar, Erfahrung und Weisheit sprachen aus ihm. Nicht aufdringlich, eher selbstlos Weihnachtsmanngroßväterlich.

Witzig, das Julian (Städtchen) das da am Ende des Weges aus dem Goldrausch erwachsen ist

Naja, jedenfalls übersprungen wir mit dem Hitchhiking (trampen) via Ghost (Trailangel) ein Stück stürmische Wüste. Ich bin nicht stolz drauf, aber es entspricht nur zirka 0,85 Prozent des PCT‘s, ich denke damit sollte ich leben können.

Angekommen in Warners Springs besorgte ich mir erstmal dringend benötigtes Zeug.

Nötig bedringendes Zeug

Schmutzwasserdurchdenfilterdrückdingsbums

Als ich mir den Wasserfiter am zweiten Tag fürn Fuffi und ein paar zerquetschte gekauft habe, war son Schnulli dabeigewesen. Auf anraten „schlauer“ Michmenschen schmiss ich aber jeglich beiliegendes Equipment, auf Grund des Gewichtseinsparnis, in eine Hikerbox. Gut beraten ist hier, wer Erfahrung von Großkotzigkeit unterscheiden kann. Konnte ich „damals“ noch nicht. So langsam durchschaue ich aber ziemlich schnell, die Besserwisser von Denen, die wirklich etwas Hilfreiches beizutragen haben.

Astronautenessensbeutel

Keine Ahnung ob der Preis gerechtfertigt ist. Das Material ist ziemlich robust und verschließt geruchsdicht. Alles was hier so rumkräucht und fläucht ist scharf auf dein Essen. Mein bisheriger „Seesack“ für die Marschverpflegung war mehr als ungeeignet.

Ansonsten gabs noch Strippen zum Zurren und ein abhanden gekommener Hering musste auch ersetzt werden.

Überall Sand! Verf€@&;/,te Wüste

Und ja, es ist sogar nochmehr als es aussieht

Aber es passt und es wird leichter und logistisch logischer. Trau mich garnicht daran zu denken was ich schon alles weggeschmissen, bzw. in eine Hikerbox abgegeben habe. Jedes Gramm was ich weniger auf dem Rücken habe, erleichterter mir mein Dasein erheblich.

Elektrotankstelle

Baum mit Anziehungskraft

Ist schon komisch, dass so viele Menschen im Schlaf brabbeln und Schnorcheln und stammeln, übelst laut schnarchen, krächzten oder sich ihre Lunge aushusten. Mich trennt nur eine Zeltwand von Gaunern, Räuber und Banditen (Genderberechtigt: Zeltwendin, Gaunigaren, Ronja und Ted Bandi) und ich kann deren Träume hören. Gruselig ist das!

Brand News

Der aktuelle Stand des Handstandes der BVG. Wegen unvorhersehbarer Wetterphänome:

Instandsetzungsmaßnahmen

§ 177 BauGB (§ 7h Abs. 1 Satz 1 EStG)

Aus nahe-liegendem Anliegen weichen Sie bitte auf die nahe liegenden Wanderwege aus. Benutzen sie Ihre €@#%^¥.

Die kommenden Tage wird es wohlig warm, für alle mit Kamin. Für alle anderen wird es durchwachsen.

Also was Wärme und Wind und Wasser und Nahrung betrifft bin ich gewappnet und alles andere hab ich an Ideenreichtum und Selbstverteidigungtechniken bei! Ich bin Quasi der Mister Kesuke Miyagi. Ich fange keine Fliegen mit Stäbchen, ich… ne! Ich mach das einfach nich. Ich wandere!

Und weiter geht die wilde Fahrt

Mal sehen was ich heute so bewerkstellige. Mit meiner um zwei aufgestockten Dreifaltigkeit gehört frustrierendes Wasserfiltern aus Plastepullen der Vergangenheit an.

Garantiert frustfreies Wischwasserbesäufnis

Frische Wanderbuchsen und Socken

Die campschuhe sind auch endlich instand gesetzt

Da lang, aha

Wat ne Landschaft

Schief ist das neue Gerade

Ohne Empfang machste nichts

Ich fasse später, während ich pausierend, im Schatten auf einem Stein hocke, die letzten Ereignisse zusammen.

Vorab schon mal soviel: Die Villa Kunterbunt gibt’s wirklich. Ich hab zwei Nächte in einer Hollywoodschaukel auf der Veranda gepennt.

Tag 11 oder so / Mike‘s Place

Die Sonne stand schon rela-tief am Firmament

Ich bin jetzt zwar bei 13, aber das muss nachgeholt werden: Nach einer wieder viel zu langen Wanderung (ich überschätze mich noch regelmäßig) erreichte ich einen ganz wundersamen Platz.

Aha..

Die App Guthook, mit der ich via GPS navigiere, verriet ja schon so einiges.

Bemalte Schilder, da gibts meistens was für Umme (rechnet man die Donation (freiwillige Abgabe eines selbstbestimmten Endgeldes) raus)

Was zum…

Hm..

Was hier nicht alles rum steht

Das ist definitiv die amerikanische Version des Pipi Langstrumpfhauses (engl. Pipi Langsocken). Hier stehen Surfbretter rum, du kannst Golfen, Baseball, Frisbee, Basketball (mit Korb und Dreimeterlinie) spielen und Bowlen oder Botcha oder Axtwerfen. Hier gibts nichts, was es nicht gibt.

Hilfsmittel für die traditionelle US-Amerikanische Faltkunst

Alugami

Geübte falten kleine knuffige Tierchen

Hier wurde aber nicht wirklich scharf geschossen. Zumindest nicht während meiner Anwesenheit. Es ist schwer zu unterscheiden, was Fassade und was hier an anderen Tagen wirklich abgeht. Pipi Langsocken, wie gesagt.

Die Krankenschwester (ehemalige Köchin) aus Canada lackiert einem Typen die Fußnägel

Namen? Keine Ahnung. Man stellt sich zwar vor. Aber Namen waren für mich schon immer Schall und Rauch.

Ja keine Ahnung? Domino auf einem Webstuhlartigen Klavier ohne Tasten? Wird schon seine Daseinsberechtigung haben.

In keinem gepflegten Haushalt hat Schlagzeug zu fehlen, ist ja klar.

Zeug

Nach dem ich die verrückten Eindrücke, mit zwei bis fünf Dosen Limonade heruntergespült hatte, begab ich mich auf die Suche nach einem geeignetem Schlafplatz.

Hollywoodschaukel? Wat? Will keiner? MEINS!

Wie es sich für einen anständigen Deutschen gehört platzierte ich mein Schlafsack, stellvertretend fürs Handtuch, darauf und markierte damit mein Territorium.

Dies sollte meine Aussicht für einen weiteren Tag sein.

Ein weiterer Tag bei Mike

Ich merkte am nächsten Morgen schnell, dass ich meinem Körper zu viele Meilen am Vortag abverlangt hatte. Also um 11 Uhr morgens / eine Zeit zu der die meisten schon fünf Stunden unterwegs sind. Ein Hoch auf die Ohrstöpsel! Da zwischen 11 und 3 die Hitze in der Wüste am unerträglichsten ist, entschied ich mich kurzerhand einen Zeroday (Tag an dem Mann oder Frau nicht wandert) einzulegen.

Also erstmal, noch im Halbschlaf die Lage gecheckt, schon wieder unbekannte Hiker (Wandersmänner und Frauen – Wo kommt das ganze Gesocks nur immer her?). Ein Gesicht war mir aber bis auf den Gastgeber, Scott, bekannt: Clara (Trailname SideTrack, weil sie alles was es zu sehen gibt mitnimmt und dafür keine Meile und keinen Platz ihrer unzähligen SD-Karten unberührt lässt) war gestern schon da als ich kam und belegte Pizzen und erklärte Neuankömmlingen was wie wo ist. Ich dachte eigentlich, dass sie irgendwie zum Inventar gehört. So wie die Turntaubenabwurfmaschine, die Hantelbank oder die Fechtmaske samt Degen über „meiner Hollywoodschaukel“.

Nach einem kurzen Schnack und Herzlichkeiten alla: ey, so unglaublich toll dich zu sehen (in Amerika wird viel oberflächlich rumgefloskelt) suchte ich mir eine Daseinsberechtigung – selbstlose Arbeit. Das bisschen Haushalt, macht sich ja schließlich nicht allein, sagte mein innerer Mann.

Die Mariniermaschiene

Manchmal wünschte ich mir weniger passendes Timing. Ich kam gerade recht, um in einem 20-Liter-Napf ellenbogentief Hühnerbeine zu wälzen. Derweil kippte irgendwelches dahergelaufenes hobbycheffkochartiges Wandergesocks Gewürze über meine Arme. Warum nicht direkt in den Topf ihr Pfosten? Wahrscheinlich weil ich bis zu den Schultern drin war…

Machma noch was davon rein!

Wie gesagt, falsche Zeit, falscher Ort. Ich versuche mich hauptsächlich vegetarisch zu ernähren. Ich bin der Meinung das ist gut und nachhaltig. Das rumwühlen in totem Federfieh war so gar nicht meins.

Nachdem ich Feuer gemacht hatte (ich hatte Scott geeignetes Holz gereicht), Dosen zerkleinerte, Tomaten geschnitten, gefriergetrocknete Pilze gewaschen, immer wieder neueintrudelnden Hiker gesagt hatte, wie wo was ist, war ich wieder rechtzeitig zur falschen Zeit genau richtig.

Diesmal galt es, den Abwasch vom Vortag in einem querdurchgeschnittenen Fass, Marke Pferdetränke, gefüllt mit Seifenwasser (inklusive Flattergedöns, was eben so an oder reinfällt) über einem Holzfeuer zu erledigen. Es ist nicht einfach die Höhe wo: autsch ist das heiß, verfluchte Scheiße und hier lässt es sich angenehm schruppen, zu finden. So viel sei gesagt.

Die männlichste Hand mal überhaupt

Nach der ganzen „Arbeit“ kam ich wieder mit SideTrack ins Gespräch (die Knuddelmutti die auch nicht den Absprung von diesem Wundersamen Ort schaffte, eine ganz liebenswerte Persönlichkeit). Sie tätschelte mich 10 Minuten und lobte, was ich doch für großartige Leistung vollbracht hätte und ließ sich meine Hände zeigen. Sie kam auf die glorreiche Idee mich mit den Trailnamen Ladyfingers zu versehen… Wäh? Is ja schön das sie darüber gackert und sich wie ein Flummi in einer Gummizelle gefreut hat. Aber hat sie da auch an mich gedacht? Normalerweise wird mir nachgesagt ich hätte Bauarbeiterpfoten: Creme mal ein die Dinga da! Ich also: Is nicht, kannste knicken (auf englisch natürlich). Konnte sie verstehen. Ich bleibe also vorerst weiter ohne Trailnamen.

Schlüssel für jede Autotür

Ähm.. Fass mit Rohr

Lizzards (flinkes Krabbelgedöns), diese Kumpels sehe ich häufiger als Menschen

Ihr haltet euch wohl für besonders cool (sonst flüchten sie wieselflink)

Da habt ihr eure Rechnung aber nicht mit mir gemacht! Alleee Hop.

Huhu ich bin ein kleiner Lizzard

Und Zack hab ich mir einen von denen gegrabscht. Nach dem ich ihm ein paar ernste Worte über einen gewissen Sicherheitsabstand gelehrt und ihm ausgiebig die ledrige Plauze gekrault habe, bin ich mir sicher, ihn mit einem fröhlichen Lächeln zurück ihn die Freiheit entlassen zu haben.

Ich kann Mikes Place nicht ausreichend schildern. Über diesen Ort wäre auch eine DMAX-Doku nicht aussagekräftig genug. Was bleibt: Pipi Langsocken Haus Bunterkunt – die PCT Version – ein ganz wundersamer Ort.

Die Luft ist raus!

Aus meiner Matratze. Nicht nur das ich schon seit anderthalb Wochen in Fötusstellung um eine Beule herum schlafe.

Robert und die (Luft)Kammer des Schreckens

Seit zwei Tagen wache ich auch auf dem kalten harten Boden auf.

Lebenslange Garantie, ja prima!

Ich hab die Onlinebude, bei der ich mir dieses Outdoorboxspringbett, bestellt habe schon kontaktiert. Alles problemlos, ich soll den Luftlappen einfach säubern und über das Retourenportal zurückschicken. Sie würden mir dann, nach Eingang der alten, umgehend eine neue schicken. AN DIE ADRESSE MIT DER ICH BESTELLT HATTE. … In Deutschland!

Mir scheint, die Eierköpfe haben den Kern der Problematik, trotz ausführlicher Schilderung, nicht ganz begriffen. Mit dem ganzen Hin- und Hergesende ist mein „Feldbett“ aus wirtschaftlicher Sicht ein Totalschaden.

Die Marke und das Produkt an sich ist super. Naja hilft ja nichts. Werd mich wohl nach einem Ersatz umsehen müssen. Will ja schließlich niemand, dass ich mit Druckstellen wiederkomme. Braungebranntes, abgemagertes Fallobst will kein Mensch. Apropos abgemagert: Ich gehe jetzt erstmal ein Breakfestburito im Red Kettles mampfen.


Idyllwild / was’n Berg

Dennis SideTrack Weisnicht auch nicht Norman Safari Ladyfingers

Ich traf den Bürgermeister

Ja genau! Max the Mayor

Dann ging’s aufwärts

Hier nen Steinpulla

Der Oberbaumbösewicht

Verschiedene Wege, sich das Leben schwer zu machen

Über den Wolken, ei Ei ei

Das fühlt sich an!

Und dann war da Schnee

Und reißende Flüsse (nicht wirklich, aber rutschig)

Mt. San Jacinto

Nicht mehr brandaktuell, aber hier geht nichts verloren.

Knapp 9000 Fuß hoch

Das entspricht dem Burj Khalifa in Dubai, nur eben 3 mal. Oder neun Berliner Fernsehtürmen, übereinander.

Highlights Gestern

3 Tage nach einigem von:

dem hier

Dem hier

diesem

Auch gern diesen

Oder diesem

Kam eine ganze Menge Landschaft die du nicht siehst, weil du nach vorne kieken musst, damit du dich nicht maulst.

Takeshi’s Castle

Kartoffelbrei mit Senfbrezeln!

The Place to be (ausgetrocknetes Flussbett)

Nach 5 Tagen alá Hackelbarry Stupid, habe ich gerade wieder Zivilisation erreicht. Big Bear Lake.

News comming soon

Pause

Zwei Beine

Meine!

Hochwertige Kohlenhydrate

Big Bear

So heißt das Kaff hier. Der Weg hierher war beschwerlich. Niemals zuvor in meinem Leben war ich so lange ungeduscht. Ich roch wie ein Marzipanpferd. (Anmerkung der Redaktion: ein Pferd riecht auf 9000 Fuß Höhe ähnlich wie ein Esel auf 7000.)

Aber ich sah zum ersten Mal ein ebenbürtigen Raufkumpanen! Ich hab das Funkeln in den Augen sehen können! Der wollte rangeln!

Komma ran, Fatzke!

Die Situation war wahrscheinlich gefährlicher als gedacht. Nach dreißig Kilometer bergauf ist man aber ziemlich entspannt. Foto, guckigucki und weiter geht die Fahrt, ein Platz zum Zelten ist manchmal mehr wert als zwei Klappen in einer Fliege. Am Ende des Tages will ich nur essen und schlafen. Ich bin halt auch nur ein großer Bär mit Wanderrucksack.

Vorsicht

Die Tiere hier tarnen sich gut! Ein Frosch sieht aus wie ein Stein. Eine Heuschrecke wie ein Marienkäfer mit Leopardenkostüm. Echsen sehen aus wie Achsen, Libellen wie Hubschrauber, Ameisen mindestens in Größe von Bemeisen. Es gibt Skorpione, Bienen und Käfer mit roten Pos.

Ausnahme: Schlangen sehen immer aus wie Schlangen. Es klappert ununterbrochen links und rechts. Gerne würde ich mal eine von den unzähligen Diven fotografieren. Und dann dachte ich so: stell dir mal vor, du bist ein sich schlängelnder Lederlappen, kriechst so mir nichts dir nichts durch die Wüste und dann … ein Wanderer! Zack, Schlangenhandy samt Selfistick gezückt und erst mal Fotos gemacht! Was für armselige Gestalten, diese Wanderer…

Gib mir Essen! Ich rassel sonst und lispel!

Seitdem ignoriere ich einfach alles was klappert.

Ich würde mir da schon denken, was für ein Problem haben die mit mir? Noch nie einen Menschen gesehen?

Käfer, auf dem Rücken liegend, Gliedmaßen strampelnd, lasse ich auch schon liegen.. Ich kann einfach nicht allen helfen. Die Natur wird schon wissen warum große Käfer auf dem Rücken liegend, gliedmaßenstrampelnd da sind wo sie sind.

Morgen geht’s wieder los

Es scheint wieder eine Wanderung von vier bis sechs Tagen zu werden. Das heißt, das Essen wird ein Viertel des Rucksackgewichts ausmachen. Gewicht ist echt alles. Ich hab mein super-schnell trocknendes Handtuch schon halbiert, mein vodoo/flossingtape abgegeben und schweren Herzens werde ich auch meine Blackroll (Faszienrolle) in eine Hikerbox geben. Ich hatte mir vorher einen Brustbeutel geholt, für Geld und Pass. Wurde auch durch eine verschließbare Stullentüte ersetzt.

Cotton Kills. Ich dachte ich bin Professor Doktor Schlauschlau. Aber viele meiner vorherigen Recherchen zu Ausrüstungen und Kleidungsstücken sind nur bedingt hilfreich. Das Internet ist halt so konzipiert, dass du nur zu lesen bekommst, was du lesen willst.

Marinowolle: schön und gut, ich brauchte aber ein Nikki was nicht nur saugt und ständig nass ist, wie Marino. Ein Wanderhemd muss leider mindestens zu Hälfte aus Synthetik sein. Wann immer 30 Grad in der Sonne sind, ist es egal ob du vom Hals bis zur Fußspitze nass bist. Sobald es aber windet, kältet, oder schattet brauche ich etwas was sehr sehr schnell trocknet. Schwitzen ist meistens dein Freund – noch. Südkalifornien. Aber es wird kälter in Zukunft. Und es gibt nur eins, was mehr ankotzt als sich kalt zu fühlen und nicht genug Klamotten zu haben. Nämlich Kälte in Verbindung mit Nässe.

Was mich dazu bewog…

..zwei weitere Tage in Big Bear zu bleiben: ununterbrochener Regen, Minusgrade in der Nacht, ein eigener Schlafplatz in einem Motel for free (also nix bezahlen), eine Aussicht auf ein Baumhaus, eine anhaltende Lungenentzündung (meine Luftlappen funktionieren Picobello) von Mike (Trailname Harry Potthead) und vielleicht ein klitzekleines bisschen Bequemlichkeit.

Huhn oder Ei? Was war zuerst da? Baum oder Haus?

Unser kleines 4-Mann-(bzw. Frau)-Grüppchen bestehend aus den zwei Ösis Mike (HP), Steve (Safari), der Südafrikanerin Ivette (next Level) und dem zukünftigen Berliner Bürgermeister Robert (das bin icke, wa?) ist damit auf 3 Mann dezimiert.

2 Tage vor Big Bear

Ich habe gerade meinen Resupply gemacht. Das bedeutet so ungefähr: Wiederauffüllen der Speisekammer.

Feinstes Junkfood

Und ich ernähre mich noch verhältnismäßig gut. Das sieht erstmal befremdlich aus. Sollte aber für fünf bis sieben Tage ausreichen – zumindest wenn ich nicht völlig ausbrennen will. Der Kalorienbedarf ist echt immens. Umgerechnet knapp 60€ hat mich der Einkauf gekostet.

Wenn mich einen die nicht fern zurückliegende Vergangenheit lehrte, dann das der Körper anfängt, sich selbst zu fressen und dir das noch nicht mal wirklich spürbare Energie gibt.

Ob ich abgenommen habe? Ja, spürbar! Vor allen Viszerales Fett, also Geschlabber um die Eingeweide. Fakt ist: Wenn etwas in Bewegung gebracht werden will, muss dazu immer etwas verbrannt werden. Und manchmal auch nur weil es kalt ist. Energieerhaltungssatz. Schulwissen, das niemand braucht ?.

Burger, Burritos und Pizza kannst du schon nach einem Tag nicht mehr sehen, auch wenn du vier Tage in der Wildnis danach wieder betteln würdest. Dacht ich mir: koche ich mal heute für die armen Österreicher (der eine hat eine goldene, der andere eine schwarze Bankkarte – die Farbe deiner Bankkarte sagt aber schon lange mehr nichts über deine finanzielle Situation aus) was ganz was Feines. Es gibt Huhn, Reis und Sprossen.

Unsere voll ausgestattete Küchenzeile bestehend aus Waschbecken und Mikrowelle

Eeeeeevuala: Feinste Kochkunst.

Ausreden gibt’s genügend

Ich meine, am Ende des Tages bin ich einfach nur froh nichts mehr tun zu müssen (nachdem das Zelt aufgebaut, die Luftmatratze aufgeblasen, die Sachen verstaut und sortiert sind, essen gekocht und gegessen ist und der Proviantbeutel im Baum hängt).

Pfoten weg von meinem Essen

Eigentlich laufe ich ja den ganzen Tag nur. Mache ich mal Pause, reicht es mir völlig etwas zu trinken, irgendwas zu knabbern und Luftlöcher zu glotzen.

Blog schreiben wollte ich vor allem immer abends zu Reflexion. Meistens ist jedoch kein Empfang und alle über den Tag gesammelten Ideen und selbstausgedachten Witze ? sind am nächsten Tag dahin, veraltet oder werden von neuen Eindrücken verdrängt.

Immer schön anne Kante lang

Heute bin ich stabile 22 Meilen gelaufen. Das sind so um die 35 Kilometer. Bergauf und Bergab im stetigen Wechsel geht voll klar. An einem Tag nur bergauf geht übel auf die Muskeln. Nur bergab dagegen spüre ich vor allem in den Kochen und Gelenken.

Was Farbe und was Dreck ist, weiß erst ich nach der nächsten Dusche

Gefühlt überquere ich jede Woche einmal die Alpen. Ich war seit Beginn nun zum dritten Mal auf einem Berg auf über 3000 Höhenmetern – oberhalb von Schnee- und Wolkengrenze. Und wenn du dann da so oben stehst und den nächsten großen Klumpen Fels und Erde mit weißer Zipfelmütze siehst, kann du dir sicher sein, dass dich die Route des PCTs auch darüber jagt.

Das ist halt echt scheiße hoch

Huhu Juri.

Ein Plätzchen zwischen den Eisschollen

Jut nacht

Hiker Heaven

Nach sechs Tagen Wildnis, Wetter, Schweiß Staub und Steigung stand das nächste Highlight meiner langen Reise auf dem Plan. HikerHeaven. Eine weitere Familie hat sich dem PCT und seinen Pilgern verschrieben. Sie geben uns einen Platz zu schlafen, waschen unsere Wäsche, wir können hier duschen und bekommen alle zwei Stunden Rides in die Stadt. Das alles läuft hier wie eine geölte Maschinerie. Die Familie stemmt das natürlich nicht alleine. Sie haben fleißige freiwillige Helferlein. Warum sie das alles machen? Keine Ahnung, ich denke mal weil sie es können. Ab und zu hilft auch mal ein regeneriertes Hikerlein. Sechs Hunde, ein Haufen Hühner, ein ziemlich lauter Gockel und drei Pferde Dürfen natürlich nicht fehlen..

Auch Pakete kommen hier an und können verschickt werden

Backyard

Zelte

Harry und der Rooster

„Öffentliche Verkehrsmittel“

Der Weg dahin war optisch genauso abwechslungsreich wie immer

Diese und andere bunten Informationszettel..

..braucht man nicht lesen, letzt endlich steht nichts anderes drauf, als auf Beipackzetteln von Medikamenten; deine Chance zu sterben ist unwahrscheinlich aber hoch.

Irgendwo da hinten unten rechts bin ich

500 Meter Unterschied machen aus grün, bech

Hier wurden wohl Filme wie Planet der Affen

Und starwars oder -Trek gedreht

Naja jetzt bin ich ja erstmal hier.. also seit gestern. Zeit für Inventur.

Das blieb übrig vom letzten mal

Das fand ich für mich in einer Hikerbox

Damit sollte ich erstmal auskommen

Viele bekannte Gesichter kamen und gingen in der kurzen Zeit an diesem Ort.

Ca

Toast, Humus, banannnnnna, Ei und Scharf

Viele Hiker wechseln hier das erstmal ihre abgelatschten Treter.

Schuhhimmel

Neue innensohlen

Meine müssen aus finanziellen Gründen noch ein bisschen durchhalten.

Evtl wirkt frische Farbe auf den Nägeln dem Verschleiß entgegen

Nighthiken

So. Heut muss wegen der Umstände wegen in der Nacht gewandert werden. Ich starte mit 8 anderen Verrückten gegen 18:30Uhr. Es sind 17 Meilen (27,2Km) geradeaus ohne Steigung. Aber eben Wüste. Eventuell sind insgesamt 22 – 25 Meilen drin. Mal sehen.

Ab durch die Mitte

Immer entlang des Los Angeles Aqueduct – Fotos folgen.

Der Mond steht auch super.

Cowboys im Windpark

Nach dem wir das 17 Meilen lange Aqueduct passiert hatten, bot sich 2 Uhr nachts ein nettes Plätzchen unter der Brücke an.

Immer gerade aus

Baum mit dem Namen Joshua

Wie die Assis, schön unter der Brücke hocken

Diese Brücke befindet sich auf dem Gelände eines unsagbar großen Windparks.

Da es spät war und warm und wir erschöpft waren, stand Cowboy-campen auf dem Plan – also unterm freien Himmel. Links an der Brücke vorbei leuchteten Sterne und unzählige Windräder rot blinkend im einschläfernden Takt. Am nächsten Tag sah das dann ungefähr so aus:

Der Grad zwischen Penner und PCT-Hiker ist schmal

Da es selbst unter der Brücke gefühlte tausend Grad im Schatten war, verbrachten wir die Zeit bis zum Abend mit Dösen und Weiterrücken (immer weg von der wandernden Sonne).

Also startete der nächste Tag wieder erst 17:30 Uhr und endete mit Cowboydasein gegen 2Uhr. Tags drauf gabs dann unendlich viele Windmühlen.

The fucking Austrians

3 Uhr eingeschlafen, 6 Uhr ging’s wieder los – nur noch 10 Meilen (rund 16 km) in die Stadt. Also raus aus dem Schlafsack und rein in die Schuhe. 4 Stunden später erreichten wir Tehachapie.

Hier erstmal ne schöne Stulle

So weit so gut.

Nachtrag

Hier noch ein paar Bilder von mir, Windmühlen und meinem Homelesspeopledasein. Von der Hiker-Crowd beim Beatelscoverbandkonzert in Tehachapi und von meinem Essen für die nächsten Tage.


Ich mag das Bild

Die ganze Stadt war da und Hiker mischten sich harmonisch ins Gesamtbild

Aktuelle Bubble in der ich mich empfinde

Dazu gekauft

In der Hikerbox gefunden

Essen für die nächsten 6 tage

Morgen früh geht’s wieder zurück auf den Trail. Freue ich mich drauf. 🙂

Übrigens habe ich das “erste Level durchgespielt” und muss auf meiner Guthock-App auf die nächste Kartenansicht wechseln.

Level 1

Next level

Ende Level eins

Eventuell ist die Erde doch eine Scheibe und hier ist Ende im Gelände. Ich finds morgen raus! Ich freue mich. It is Fun!

Wüste Wüste Wüste

Irgendwann muss doch auch mal genug sein. Ich mein, zwischendurch gibt’s auch kurz was anderes … kurz. Immer wieder erstaunlich, wie schnell sich die Sicht verändert – dennoch 85 Prozent Wüste. Naja in nicht mal mehr 60 Meilen fängt das Hochgebirge an.

Hier ein paar Wüstenbilder mit 15 Prozent anderes.

Watt’n schöner Untergang

10 Meter weiter sogar mit Baum

Abendrot, schön Wetter droht

Der Morgen vor Vorgestern

Und ich dachte immer, Wüste besteht ausschließlich aus Sand…

Tut sie nicht. Ich trage langärmlig, Mütze, Halstuch und Handschuhe, um mich zu schützen.

Monoton ist es nicht wirklich. An inneren und äußern Bildern sieht es sich nicht satt.

Woopwoop

Die Wanderknüppel sind eine Leihgabe von Stephan aka MC Haber the Maaaaan und bestreiten den Trail jetzt schon zum zweiten Mal (dazu an anderer Stelle mehr).

Ganz kurz mal Gebäum

Dann Gesicht

Und dann weiter Wüste.

Ein langer Tag

Löst man sich mal wieder von seiner „Trailfamilie“ und watschelt seine eigene Geschwindigkeit merkt Mann (hier bin ich mit Mann gemeint), wie gut der Köper bis zu diesem Zeitpunkt schon adaptiert, sich also an die Belastung angepasst hat.

Die 10 to 10 Challenge (10 Meilen vor 10Uhr) habe ich gerade erst zwei Tage zuvor unbeabsichtigt absolviert. Am Ende waren es 23,6 Meilen und ein neuer persönlicher Rekord. Zwei Tage später, also gestern, der Tag vor heute, konnte ich dann sogar noch ‘ne Wüstensandschippe drauflegen. 26,4 Meilen an einem Tag. Das sind nach Adam seinen Riesen 42,24 Kilometer. Wüste, Rucksack, bergauf, Gegenwind, feindliche Ufos und andere Widrigkeiten.

Und hier die Bilder meines glorreichen Tages.

Nächster Abschnitt

Kennedy Madows

Ich bin froh, die Wüste hinter mir lassen zu können.

Da drinne hab ich auch gecoweboycamped

Kennedy Medows bildet den Übergang von Süd zu Mittel-Kalifornien. Das schroffe Hochgebirge ist nur ein paar Meilen entfernt, die Sierra Nevada beginnt. Der wohl beeindruckendste aber auch herausforderndste und abenteuerlichste Abschnitt. 

Im Hintergrund ist der Spaß schon zu sehen

Vor zwei Wochen haben an diesem Platze noch ca. 400 Hiker gewartet, dass das Eis schmilzt. Der 15. Juni bildet die ungefähre Grenze von unpassierbar zu passierbar. Die letzen zwei Jahre waren hier allerdings „Schneejahre“ was diese imaginäre Grenze ordentlich nach hinten verschiebt. Die Pässe waren bis vor ein paar Tage noch so gut wie unpassierbar. Dieses Problem konnte ich durch Timing meines Starttages und ein paar zusätzliche Zeros (Tage ohne körperliche Ertüchtigung) umschiffen. Schnee und Eis sollten jetzt mit der entsprechenden Ausrüstung zu bewältigen sein. Dennoch überspringt weiterhin gut ein Drittel die Sierras und hängt diesen Part an den Schluss ihres Hikes. Danach steht mir nicht der Sinn.

Das Abenteuer wartet.

Irgend ein Problem?

Erstmal müssen aber andere Herausforderungen genommen werden. Ausrüstung: ich brauche für den nächsten Abschnitt (ca. 400 Meilen) definitiv Microspikes (sowas wie Schneeketten für die Schuhe), eine Iceaxe (Eisaxt), ein Baercan (so einen Bärenkanister fürs Essen), Handschuhe und ‘ne warme Mütze.

Alles unglaublich

Erstmal 2 Mützen Schlaf

Das erste mal seit drei Wochen, dass ich mein Zelt wieder aufgebaut habe.

Morgen muss erstmal die Kreditkarte gezückt werden. Meine erste eigene Axt wartet.

Von KM nach LP

Von Kennedy Medows bis Lone Pine. Ich würde gerne regelmäßiger etwas zu Papier bringen, jedoch ist der Empfang in der Wildnis nicht vorhanden und selbst in kleinen Dörfern bin ich auf Wifi angewiesen.

Diese Landschaft umarmte mich die letzten Tage:

Schmelzflußwatter, gut genug zum planschen

Chip und Chap – Die Ritter des Rechts

Schnöö

Nur noch ein Tagesmarsch entfernt

Letzte Flussüberquerung

Per Anhalter noch mal kurz in die „Stadt“ bevor es richtig los geht

Mein erstes Beben und der vierte Juli

Beben? Geiles Wort eigentlich! Earthquake, zu deutsch Erdbeben. Hier wackelten nur ganz leicht die Wände und auch nur für zirka 2 Minuten. Witzig war es trotzdem irgendwie. Für mich. Bestimmt nicht für die Menschen im Epizentrum.

Vor kurzem war ich noch innerhalb der orangenen Linie

Ich bleibe noch eine Nacht in Lone Pine. Zwar bin ich nur einen Daumenhoch vom Städtchen Independence entfernt, wo auf Grund des Stadtnamens und des heutigen Unabhängigkeitstag ne dicke Fete einschließlich Parade ist, aber ich dunkele lieber mein Motelzimmer ab und stell die Klimaanlage auf 1000.

Happy 4th of Juli!

Zu viele Tage dazwischen..

Das waren mit Abstand die aufregendsten Tage. hier gibts nur nen Bilderabriss.. vieles ist kaum in Worte zu fassen.

Ist Dori ein Lifecoach?

Die bisherigen 1000 Meilen haben mich vor allem eins gelehrt: wie einst Dori in “Findet Nemo” zu Nemo sagte: “Hey du alter Schmollmops, weißt du was du tun musst, wenn du frustriert bist? Einfach schwimmen, einfach schwimmen, einfach schwömenschwömemschwömen!”

Grüße gehen raus an all die Dori‘s dieser Welt! Keep it simple, sei einfach! Sei Dori! Sei Du!

Yosemite Nationalpark

Schön Schneestapfen

Dein Deckel sitzt schief!

Immernoch!

Bogenregen

Seltene gerade Strecke

Freitag: Schuh beim Rivercrossing verloren, zum Glück wiedergefunden. Brille nach kacken liegen lassen. Nach 18 Meilen Schluss weil zu steil sowohl hoch als auch runter und ich bin nicht mein Tempo gelaufen weil Gruppe. Gefriergetrocknete Erbsen. Pupsen. Tier hat dreimal geniest oder geschnaubt. Direkt an meinem Zelt. Luft war wohl schlecht. Mücken stinken!

Ihr seit viel zu schnell Jungens

Samstag: auf alles geschissen und bis 13 Uhr gepennt obwohl der erste Wecker schon um 5:30 Uhr klingelte. Wieder krasse Steigungen, wollte mich am liebsten einfach hinsetzen, Arme verschränken und bocken. Nö! Ich lauf nicht weiter. Kann ein anderer machen, die Kacke hier. Dann fing ich an beim Laufen bis 2000 zu zählen also 40 mal bis 50 um nicht die ganze Zeit fluchen zu müssen. Hat funktioniert. Hab das nur beim Bergauflaufen gemacht, bergab brauch ich meine Konzentration um mich nicht zu maulen. 16 Meilen. Die letzten Tage sind ziemlich anstrengend. Und Mücken stinken!

Snowpatches

Biebercrossing

So ein schöner Baum

Das ist ein einzelner Baum. Komisches Ding.

Sontag: da ich wieder alleine unterwegs bin fehlt son bisschen der Druck. Aus einer anderen Perspektive gibt das jedoch Möglichkeiten, frei nach Lust und Laune zu entscheiden. Also wieder bis 10 Uhr gepennt. Scheine mich wieder zwischen den Bubblen zu befinden. Treffe kaum auf Menschen. Ansonsten kein so atemberaubender Tag. Mücken und Schlamm, damit ist eigentlich alles gesagt.

Frustrationstoleranztraining: 19 Meilen. Das Highlight des Tages war, das ich einem anderen Hiker mit Nudeln, Kartoffelbrei und Gemüse (das von dem ich so pupsen musste) ausgeholfen habe. Er hatte kaum noch Essen, also nicht ausreichend bis zur nächsten Stadt. Im Gegenzug verkaufte er mir eine seiner drei Powerbanks für 5 Dollar. Er wollte mir sie eigentlich schenken, aber das wäre mir unangenehm gewesen. Die Powerbank kann ich wirklich gut gebrauchen, da mir meine im letzten Hostel geklaut wurde..

Der eigentliche PCT ist auf diesem Stück eher ein Fluss

Matsch und Mücken

Montag: hiken ab neun! Mücken immer noch doof! Atemberaubende Aussicht! Spaß im Schnee! Gute Laune. 22 Meilen trotz schwierigen Terrains. Der Akku scheint wieder voll!  Hitchhike nach Bridgeport. Der selbstständige Arizonarier, welcher Stromtankstellen für Elektroautos baut, hat mir Essen und ein Apartment für eine Nacht bezahlt.

1000 Meilen Marker hatte an diesem Tag erreicht

Weg rechts bedeutet meistens nach vorne Fotografiert

Weg links nach hinten

Immer erstmal hoch

Im Hintergrund die Sierras

Auf dem Arsch runter gerutscht

Dieses Rutschen mache ich jetzt immer öfter, das ist spaßig

Zickzack bin ich Im Zickzack da runter

Die Landschaft auf der anderen sieht anders aus

Letzte Rutsche für den Tag

Auf dem Weg von Lake Tahoe nach Truckee


Montag: Ein Trailangel kam wie vortags telefonisch verabredet 10 Uhr und fuhr uns vom Hostel Mellow Mountain zum ca. 15 Meilen entfernten PCT. Ich bin jetzt mit Diesel unterwegs. Ein taffer Ex-US-Marine von der Ostküste. Vorher hab ich noch schnell die Spitzen meiner (bzw. Häbermanns) Piker für ‘nen Zwacken wechseln lassen. Noch schnell die mitgebrachten Subway-Sandwiches verdrückt und 11 Uhr ging’s dann los.

Nach ein bisschen hoch und runter und zauberhaften Seen wie Lake Haloha, ging’s dann nur noch bergauf zum Dicks Pass (ja, der heißt wirklich so). 3000 Meter ist der Knabe ungefähr groß. Ging alles ganz hervorragend. Bis ich mir den linken großen Zeh an einem der unzähligen große Steine gestoßen habe. Das war Aua! Also ernsthaft.

Haloha

Halloha

Am Ende des Tages kam ich auf 17 Meilen. Ganz ansehnlich für den ersten Tag nach einem „Stadtaufenthalt“, der Überquerung eines Passes, dem späten Start und dem gestoßenem Zeh. Der ist ‘nen bisschen dick jetzt. Bereitet mir ja schon ein wenig sorgen. Naja – kommt Zeit kommt Rat. Kopfhörer im Hostel liegen lassen. Manno!

Schnell noch ein Feuerchen, 1000 Kalorien und dann ab in die Koje.

Dienstag: 10:30 Uhr ging’s dann auch bei mir endlich los. Diesel rüttelte zwar gegen acht mehrmals ordentlich an meinem Zelt, ich hab das aber gekonnt ignoriert und weiter gepennt. Ohne Mückenspray geht gar nichts, die fressen dir die Kniekehlen weg. 22 Meilen trotz geschwollenen Zehs. Am Abend hab ich festgestellt, dass ich nicht nur meine Kopfhörer sondern auch meine Powerbank liegen lassen hab. Ich mein, im Eifer des Gefechts kann das schon mal passieren.

Fucking beautiful

Kollege Hoppel

Lake Tahoe aus der Ferne

Mittwoch: Start 9:50 Uhr. Schwellung noch da. Also am Zeh, aber was soll ich sagen. Es läuft. Eventuell wird die „Verletzung/Prellung/was auch immer“ durch das viele Laufen besser durchblutet und mit Nährstoffen versorgt und heilt deshalb besser, oder ein Wunder ist passiert. 24 Meilen. Ich kann spüren wie ich zum Tier werde. Beschlossen noch mal zurückzu“gehen“ um mein Zeug zu holen. Meine neuerworbenene gebrauchte powerbank hab ich nähmlich liegen lassen. Telefonat mit Hostel und Trailangel. Zeug ist gefunden und jemand fährt mich auf die jetzige Ausgangsposition. Zeh ist wieder gut? Keine Ahnung. Schlafen zwischen Leuchtreklame und Interstate.

Aua für minimalschuhe, besonders für welche mitm dicken Zeh

Mehr penner geht nicht

Donnerstag: Drei weitere Hitches und ich bin zurück am Ort des Geschehens. Das „Daumenraus“ fühlt sich immer noch befremdlich an. Aber wat mutt dat mutt. Die letzten 4,5 Meilen bin ich mit einem E-Roller geheizt (Kindertretroller mit Motor). Die Dinger gehen ab wie der Kater von Schmidts. Alles mit App und Kreditkarte. Back in Hostel Mellow Mountain.

Vigin und nextlevel (700 Meilen nicht mehr gesehen) ?

Beitrag mit Buchstaben

Freitag: 7 Meilen – 13 Uhr – trotzdem ich seit sechs auf den Beinen war, starte ich erst spät. Trailangel Lailoni brachte nicht nur mich zurück nach Truckee sondern vorher auch Nextlevel und Virgin zurück zu ihrem Ausgangspunkt. Dort angekommen, nahm sie gleich noch einen anderen Hiker mit und brachte diesen zurück nach South Lake Tahoe. Hatte schlecht oder wenig oder beides geschlafen. Bei mir ging an diesem Tag irgendwie gar nichts.

Samstag: 20 Meilen 11 Uhr Wald im Auge und ein zweitklassiges Hörbuch auf den Ohren.

Sonntag: 10 Meilen – 11 Uhr – Zwischenstopp im 1,5 Meilen entfernten Sierra City (15-18 Uhr) – quantitativ fettesten Burger gegessen. Mein erster Hero (also rein und raus aus der Stadt an einem Tag). In einer öffentlichen Toilette konnte ich kalt duschen und meine Wäsche mit der Hand waschen. Im Shop lud ich eigentlich nur Haferflocken (oatmeal) nach. Die Auswahl war bescheiden und für 5 Tage sollte ich noch ausreichend Kalorien besitzen. Ich konnte meine Elektronik laden und Zuckerwasser in Form von Cola und Gatorade zu mir nehmen. Am Abend ging es dann nochmal 5 Meilen Bergauf.

Montag: 25 Meilen – 7:50Uhr – guter Start in die Woche weil früher Start. John and Carol (Trailangels) kamen mir gegen Mittag entgegen und drückten mir während des Plauderns zwei Stück selbst-gemachtes hochkalorisches Gebäck in die Hand. Da vor allen die erste Tageshälfte wieder grobsteinigen Untergrund bereit hielt, waren meine Füße schon am frühen Nachmittag sehr müde. Insgesamt lief ich aber bis 19:30 Uhr. Zum Abendbrot gesellte sich ein junger Rehbock zu mir und wir schnackten nen bisschen über dies und das.

Müde Füße. No Traffic. Straßenmalerhitch… Zum zweiten Mal getroffen… Socken konnten nicht getauscht werden….. Hero…… letzten Tage unendlich viele orangeschwarze, hellblauweiße und gelbe Schmetterlinge…

Dienstag: Ein paar Socken bleibt für gut, ich laufe jetzt mit einem Euro großen Loch. Wespen.

Wenn ich, so wie oben zu lesen, alleine unterwegs bin, fällt es mir morgens schwer die fünf Zentimeter Luft, welche mich von Boden trennen, zu verlassen und mich aufzuraffen und meinen „Mann zu laufen“.

Das alles hat sich schon vor gut zwei Wochen abgespielt… Seitdem hatte ich wieder verschiedene männliche und weibliche Wanderpartner und im Großen und Ganzen lässt sich sich die Zeit bis aufs aktuelle Datum so zusammenfassen: früh aufstehen, Insekten, Hunger (also eher Appetit auf richtiges Essen), laufen, Wald, laufen, müde Füße, laufen, Meilen zählen, laufen, Meilen steigern, laufen, planschen im Fluß, laufen, Bäume (davon ganz viele, quasi Wald), laufen, Zelt auf und abbauen, sitzen, laufen, Luftmatratze aufblasen um 6 Stunden später wieder die Luft rauszulassen, Sonnenaufgang, Sonnenuntergang, laufen, Hörbücher, laufen, Musik, laufen, Stille, laufen..

Im Durchschnitt laufe ich jetzt ca. 27 Meilen am Tag – knapp 43km. Von sechs Uhr morgens bis sieben abends. Oft ist es wunderbar, phasenweise aber auch ätzend.

Ich kündige hier mit an:

Außerirdische Wesen sind unter uns

News coming soon…

Von Dunsmir nach Etna

Mittwoch: um 10 Uhr ging es nach eineinhalb Tagen Ruhe und gestutztem Barthaar wieder zurück auf den Trail. 100 Meilen (160Km) in vier Tagen wollten geschafft werden. Es war angenehm auch ein paar puffige Wölkchen am Himmel zu haben. Es ging den ganzen Tag bergauf. Nach 17 Meilen sollte es dies dann erstmal für den Tag gewesen sein. Die Tentsite (Möglichkeit ein Zelt zu platzieren) mit unglaublicher Aussicht war einfach zu verlockend und so endete der erste von vier Tagen schon 17:30 Uhr.

Donnerstag: Um 4:55Uhr bellte mich mein Handy aus dem Schlaf und ab 5:30Uhr wurde gewandert. Da gestern so faul, sollten heute ein paar mehr Meilen geschrubbt werden. Nach absolvierter 10 to 1 Challenge konnte ich auch das erste mal 20 to 2 knacken. Gegen 19:30 Uhr erreichte ich mein Lager. Wieder sagenhafte Aussicht mit 360 Grad und einem zauberhaften Sonnenuntergang. Eine schöne Belohnung für meine erreichten 33 Meilen (knapp 53Km).

Kate / Pioneer

Reichlich Kalorien

Mnt Enta

Freitag: wieder ging es gegen 5:30 Uhr los. Seit langem gab es mal wieder eine fette, schrill klappernde Schange zu sehen. Die Zahl der uns Entgegenkommen SoBo‘s (southbounders (geflippte Hiker welche vor den Sierras nach Kanada ans Ende gehopst sind um Schnee und Eis und angeschwollene Flüsse zu umgehen und nun Südwärts wandern, was so ungefähr dem Weg des geringsten Widerstand entspricht) nimmt stetig zu. Lutschpuppen! ? Naja jeder nach seinem Fassonschnitt. Nicht jeder ist bei diesem Thema so gleichgültig wie ich. Hinter vorgehaltener Hand lästern viele der letzten übriggebliebenen NoBo‘s. Damn bloody SoBo‘s!

Mit knapp 30 Meilen (48Km) konnte ich gleich einen weiteren Bigday dranhängen, was das Gemüt erfreut aber dem schmerzenden Köper ein wenig missfällt. Der Erschöpfung wegen hatte ich am Abend ein wenig Erkältungssymptome.

Harrison und Pioneer

Samstag: Die verbleibenden 20 Meilen bis Etna rannte ich gesund wie eh und jeh bis 13:30Uhr. Wenn’s Richtung Stadt geht ist die Motivation wegen der nahenden Süßgetränke immer am größten, außerdem ist der Rucksack wegen des ausgehenden Essens immer gefühlt 5 Pfund (ca. 2,5Kg) leichter, was erheblich viel ausmacht.

Angekommen konnte bei einem Trailangel gegen den Tausch körperlicher Arbeit genächtigt, schmutzige Haut und Klamotten (welche eher Fetzen gleichen) gewaschen werden. Mit meinen zwei linken Händen hab ich dann mal eben ein Katzenhäuschen mit Maschendraht eingezäunt.

Aha! Hab ich dich! Die Verfolgung wird aufgenommen.

Immerwieder deprimierend

Vitamine


Sonntag: Gammeln, League of Legends auf dem Handy glotzen, resupply (essen für die kommenden Tage kaufen), Rucksack neu organisieren und den geschundenen Körper salben..

Alles für mich alleine

Für die kommende Woche stehen 126Meilen in viereinhalb Tagen auf dem Zettel. Na dann.. happy Hiking.. ich geh pennen..

Von Etna nach Ashland

Der Plan sieht die 120 Meilen (ca. 190Km) in fünf Tagen vor. 25, 25, 25, 30, 15. In Vier wäre sicherlich auch irgendwie machbar, aber zum einem bringt es mir nichts, eine Stadt am Abend zu erreichen und zum anderen schwebt immer das Überlastungs- und Verletzungsdamoklesschwert über dir, was den Trail von heut auf morgen beenden kann. Es will trotzdem weiterhin gegen fünf Uhr aufgestanden und gegen 5:30 Uhr abmarschiert werden. Die 10 to 10 Challenge ist irgendwie schleichend zu einem Muss geworden. Auch die Kalifornisch/Oregonianische Grenze ist in greifbarer Nähe. Endlich. Hab ich ja auch nur mal eben vier Monate für gebraucht. Alles in allem könnte das also eine entspannte Wanderwoche werden.

Könnte! Für die Hälfte der Woche wurde allerdings eine Hitzewarnung für die zu durch wandernde Region durchgegeben. Schon am Montag und Dienstag soll das  Quecksilber 40 Grad zur Anzeige bringen und eine Luftfeuchtigkeit jenseits von gut und böse herrschen. Auch An- und Abstiege halten so einiges bereit. Dennoch ist es ein Privileg hier zu sein und wandern zu können, außerdem hatta sich dat ja schließlich selber ausgesucht. #dennErWussteNichtWasErTat

Montag: Steiniger Untergrund und Durststrecken bei denen mir das Lachen verging. Die Schmerzen an den Fußsohlen waren durch die letzen eineinhalb Tage Rast nicht wirklich weg. Wenn, dann höchstens nur kurz in Vergessenheit geraten. Am Ende des Tages winselten mich meine unteren Extremitäten um Erbarmen an. Bekamen sie dann auch, nach 24 Meilen.

Mimimi

Dienstag: Affenhitze und tropisches Klima. Steiles Terrain und klebrig verschwitze Klamotten. Ein den Trail ab der Mitte des Tages begleitender Fluß lud zweimal zum freudig-feuchtfröhlichem Planschen ein. Der waldigweichbodige Untergrund war ein Segen für die schmerzenden Hufe. 26 Meilen und das Zirpen Tausender Grillen wiegten mich in den Schlaf.

Planschbecken

Mittwoch: I have buns of steel! Soll heißen, ich hab Arschbacken aus Stahl! Ob das nun Muskeln oder einfach nur Verhärtungen sind, sei für diesen Moment dahingestellt. Für diesen Tag mit einer ganz besonders hübschen Steigung stellte ich jedenfalls den Wecker noch eine halbe Stunde früher. 4:30 Uhr! Damit ist das hier alles offiziell kein Zuckerschlecken mehr. Doch bevor der sich über eine Strecke von 12 Meilen erstreckende Anstieg von 5000 Fuß (pie mal Daumen 1,5 Km Höhenunterschied mit größtenteils 13% Steigung) in Angriff genommen wurde, erreichte ich gegen 7 Uhr Seiad Valley. Dort wurde dann noch mal Zucker in Form eines Schokomilchshake geschleckt. Erfreulich war danach auch, dass mich der Wettergott mit Wolken und vereinzelten Niesel bedachte. Das erste Naß von oben seit ca. 14 Wochen. Erschöpft gab ich mich in Schlagdistanz zur Kalifornischen Grenze mit  26,5 Meilen zu frieden.

Donnerstag: Nachdem es gestern zum Abend hin wieder aufklarte, es die Nacht über wie immer vor lauter Sternen nur so funkelte und der Vormittag eine eben blaue Leinwand bot, zog sich der Himmel mit jedem Meter dem ich Oregon näher kam wieder zu. Nach nur einer Meile im neuen Bundesstaat begann es dann auch pünktlich zu regnen. Nette Abwechslung, mal nen bisschen durch die Pampe zu stampfen. Das trommeln der Tropfen aufs Oberstübchen war auch irgendwie ganz nett. Für die Ohren gab es ein Audiobook von Arun Gandhi (Neffe von Mahatma). Achja, nach der Mittagspause, gerade als ich dabei war wieder mein „Geschirr anzulegen und aufzusatteln“ hat mich so ein Mistvieh von Wespe in den Nacken gestochen. Zeckt wie Sau. Blöde Kuh die! 28,5 Meilen.

Fließend Wasser vom Blatte

Gucke da! Regen unterm Bogen!

Freitag: Mein Körper fühlt sich manchmal an wie der eines alten Mannes, wenn ich da so morgens aus dem Zelt krabble. Nach ein paar Meilen und dem einzigen Anstieg für diesen Tag gab es erfreulicherweise prickelndes Zuckerwasser in Form einer Brause zum Frühstück. Die letzten 15 Meilen nach Ashland waren locker, flockig abgelaufen.

Von Ashland nach Shelter Cove Resort

Voraussichtliche Lesezeit: Mittellang

Sonntag: Waldwaldwald. Viele Rehe und ein paar Bambis. Ein schleichender Jäger mit Armbrust in Camouflage. Waldwaldwald. Träge Moskitoschwärme hängen in der Luft. Mit dem Gesicht befreie ich den Trail von Spinnenweben.

Montag: Beim morgendlichen Rucksackpacken stellte ich fest, dass bekannte Gesichter am Abend zuvor, Virgin und NextLevel, wieder zu mir aufgeschlossen haben. Die ersten zwei Drittel des Tages waren lockerflockig. Grundsätzlich finde ich ja Vulkane auch faszinierend, aber Lavasteine gehören in den Grill oder ins Aquarium und nicht ans Ende eines Wandertages. 10 Meilen Lavafelder am Stück. Vielleicht sind nicht die Steine das Problem, sondern meine abgewetzten Schuhe. Neue sind geordert aber noch circa 300 Meilen entfernt. Meine jetzigen haben über 1000 Meilen auf dem Buckel. Für den Moment bete ich bei solchem Untergrund das Mantra: der Schmerz ist nur im Kopf, der Schmerz ist nur im Kopf, der Schmerz ist nur im Kopf, vor mich hin und Stolper vorsichtig vorwärts. Hiken bis 21 Uhr. Mir missfällt es, so spät den designierten Spot zu erreichen. Zwei Cowboys waren schon da, also entschied ich mich dazu, auch mal wieder unter freiem Himmel zu schlafen. Die Insektensituation ließ es zu. Zwischen Fluss und Highway war es zwar laut, aber das Rauschen war gleichmäßig. Mit gelaufenen 52 km konnte ich einen neuen persönlichen Rekord aufstellen.

Dienstag: Leider wieder später Start gegen Acht. Viele dicke und dünne, Größe und kleine Tannebäumchem säumen meinen Weg. Waldwaldwald.

Mittwoch: Lange Abschnitte ohne Wasser. Gedankenkreisen um Zukunft und Vergangenheit nervt. Mentales tief irgendwie. Waldwaldwald. Georg Michael’s und Madonna‘s Greatest Hits halfen mir bis zum 37 km entfernten Crater Lake Campground. Dort gab es fließend Wasser für die Körperhygiene, Pommes für den Magen und abends Regen für die Tannebäume, mit Blitzlicht und Gewitter.

Donnerstag: Ausgeschlafen. Gegammelt. Holz gesammelt, gesammelgammeltes Brennmaterial vorm Regen beschütz und abends am Feuer gesessen. 

Freitag: Ausgeschlafen. Flug gebucht. Am neunten Oktober von Seattle über London nach Tegel, 350 Öhre. Für 22 Pinusen habe ich mir für den langen Flug Beinfreiheit gegönnt. Allerdings muss ich insgesamt noch mal 100 Kröten fürs Gepäck drauflegen. Mittags nach ein paar mickrigen Meilen war dann auch schon wieder Pumpe. Die Aussicht war entschieden zu gut. Sonnenuntergang geguckt und cowboymäßig, aufgereiht wie Sardinen in einen verbotenen Bereich geschlafen. Verboten, weil es wohl in letzter Zeit einige Angriffe von Mountain Lions (Berglöwen) gab. Pah! Nüscht is! Löwen essen sicherlich keine mageren Wandersardinen.

Fight back!

Böse Mietzekatze

Crater Lake

Samstag: Kalt war die Nacht und gealpträumt hab ich auch, aber nicht von hungrigen Mietzekatzen, eher so zwischenmenschlicher Schnickschnack. Der Tag begann mit einem atemberaubenden Sonnenaufgang. Der Bewegungsapparat lief nach der kleinen Erholungspause wieder wie geschnitten Brot. Etwas abseits vom Trail lag das Diamond Lake Resort. Daumen raus und Zwischenstopp. Eine Banane , eine Packung saure Pfirsichgummiringe, ein Eistee und zwei Energiedrinks/shots bot mir der Shop. Ich traf alte Bekannte die ich seit ca. 900 Meilen nicht mehr gesehen hatte. Sie haben die Sierras übersprungen und sind nun SoBo‘s (Wanderer Richtung Süden). Mit besagten THIRDEYE und BBQChicken schlabberte ich ein Kaffe und wir schnackten über alte Zeiten. Währenddessen lud ich mein Telefon in der Lobby. Ezra meinte, abgenommen soll ich haben, meine Nase soll dünn geworden sein. Wäh? Wat is? Martin erzählte, dass es wohl im Hostel California, ich glaub das war in Bishop auf Meile 800, ein Mädel gab, welches ihm später mal über mich gesagt haben soll, ich sei *ein Bild von einem Mann*! HA! Ich! Ein Bild von einem Mann! ?Für die kommen Tage wurde ein Temperatursturz von 15-20 Grad Celsius und Pieselwetter vorausgesagt. Erste Vorboten konnte ich am Nachmittag schon fühlen.

Sonntag: Ein sehr spezieller Tag.. deshalb kommt er im nächsten Blog..

Fotos der letzten Tage

Sonntag: Ein sehr spezieller Tag. Da ich jetzt nur noch ein kurzes Sporthöschen habe, in denen meine stählernen Beine durch die Landschaft pflügen, ist mir speziell morgens, immer ein bisschen kalt unten rum. Aus diesem Grund trage ich diese modischen Wadenwärmer (abgeschnittene Reste einer Frauenlaggings, vermutlich. #FundstückDerWoche). Ich hab mehrmals meine lange MarkenBuchse genäht. Da war am Ende nichts mehr zu retten. Der Bereich zwischen den Beinen war auf die Stärke eines Taschentuchs runtergerubbelt. Vom wandern! Wir hatten eine gute Zeit zusammen. Scheiden tut weh. Jedenfalls begann der Tag mit Nebel, eher nasser Luft. Kalt war es auch! Warum nochmal hab ich meine wasserdichten Handschuhe nach Hause geschickt? #dennerweißnichtwasertut

Die Temperaturregulation an diesem Tag gelang über die Kaputze. Deckel auf, Deckel ab. Stillstand macht kalt. Pausen versprachen eben nur dieses. Also lauf Junge! Lauf! Feuchter Nebel, Niesel und Regen gaben sich immer wieder die Klinke in die Hand. Eine Alternative Route versprach bessere Wasserversorgung (grotesk im Angesicht der andauernden Berieselung) und 8 Meilen Ersparnis. … Wenn man sie denn findet. Ich dagegen irrte nach zirka 35 gelaufenen Kilometern (mit nur 1,5 Liter Flussplörre) auf dem Trail, weitere 15 auf mehreren Dirtroads (Trampelpfad für Autos) völlig planlos im Niemandsland herum. Von 14 gewanderten Stunden regnete es 12. Normalerweise sollte ich jetzt mindestens 2 Wochen krank sein. Ging aber irgendwie. Fühlte mich nichtsdestotrotz gut. Ich schlug mein Zelt dann einfach am Dirtroadrand auf! Faxen dicke! Alles kalt! Alles Nass! Reicht für diesen Tag. Ich plünderte animalisch mein Verpflegungssack und fiel in einem unruhigen Schlaf. Es regnete natürlich munter weiter, aber ich war ja im Trockenen, mit all meinen nassen Klamotten. Welcome to Oregon.

Montag: So richtig aufstehen wollte ich nicht. Nicht bevor es nicht irgendwie annähernd warm oder trocken ist. Gegen neun gab ich mir dann aber selbst einen Ruck. Die Sonne schmunzelte durch ein kleines Wolkenloch. Nasse Klamotten werden durch Körperwärme trocken. Also ab die Post. Weitere 6 Meilen Dirtroad zum Whitefish Horse Camp. Ich bekam vom Platzwart und seiner Gattin ne Brause und ein Pott Kaffee. Ich wollte gerade wieder zum Wandern ansetzen, als sie mir eine Mitfahrgelegenheit zum 8 Meilen entfernten Shelter Cove Resort anboten. So bekam ich dann doch noch ein wenig Abkürzung nach meinem Irrgang. Dort nutze ich das bisschen Sonne, welche sich milchglasartig durch den Wolkenverhang quälte um Zelt und Schlafsack zu trocknen. Socken wurden gewaschen und am Lagerfeuer getrocknet. Regen unterbrach mich immer wieder in meinem Tun. Gemeinschaftlich (die dortige) wurde entschieden eine Hütte zu teilen und das wandern auf morgen zu vertagen. Hab ich mich eingeklinkt. Lieber einen Vogel in der Hand, als einen Fuß in der Tür. Unter der rechten Kniescheibe zwickt es.

Dienstag: ich würde ja am liebsten immer so ein Kopfkissen mitgehen lassen. Sowohl Gewicht als auch Größe machen eine gefederte Kopfablage aber zu einem Wunschtraum und nicht tragbaren Luxusobjekt.

Andere Tage: Waldwaldwald, Regen, Nass, Pfützen, Tümpel, Seen, Wolken, Kalt, Elk Lake Resort, Bend, Sisters.

Morgen beginnt eine neue Woche. Auf Meile 2000 gehts weiter. 150 Meilen Rest in Oregon stehen an. Will see what happens.

Von Sisters nach Cascade Locks nach Trout Lake

Montag: morgens gegen achte holte uns wie verabredet ein Trailangel vom Motel, Sisters Inn & Suites, ab und brachte uns zum zirka 15 Meilen entfernten Trailhead. Ich bin weiterhin mit NextLevel (Yvette/Südafrika) und Virgin (Tyson/Canada) unterwegs und teilte mir das 2-Bett Zimmer für 90 Pinunsen dementsprechend. Pünktlich zum abwandern fing es dann auch wie versprochen an zu regnen. Damit hatten wir gerechnet. Es wurde ziemlich unangenehmes Wetter vorausgesagt. Aus dem Nebel kommenden Regen leicht/mittel gab es für die ersten paar Meilen, abgelöst wurde dieser je höher wir wanderten von Hagel und Schnee. Die Fallrichtung dieses Wassers in den unterschiedlichen Aggregatzuständen war abhängig von der Bewaldung. Also eher von lebenden Gebäum. Viele Passagen fielen einem großen Brand vor 12 Jahren zum Opfer. Naja, jedenfalls schien es teilweise parallel zur Erdoberfläche zu regnen oder schneien. Erstaunlich kalt war es auch. Doch bis auf eiskaltnasse Patscher war ich warm.

Nach fünf Meilen machten wir die erste Pause. Spaß macht pausieren bei diesen Wetterverhältnissen nicht wirklich. Yvette schien wegen der Kälte ein wenig zu struggeln, aber auch ich brauchte wegen meiner kalten Pfoten Hilfe um Rucksackverschlüsse und Müsliriegelverpackung zu öffnen.

Nach der Pause lief ich ohne Wanderstöcke und konnte so meine Hände in den Hosentaschen wärmen. Das ist zwar beim Wandern über Stock und Stein nicht die beste Idee, aber manchmal müssen Prioritäten gesetzt werden.

Nach zweieinhalb weiteren Meilen trafen wir auf uns bekannte aber entgegenkommende (?!?) Hiker (cat und Mc Guywer) und einen Rucksack ohne Besitzer. Erstere sind auf Grund der schlechten Wetterverhältnisse wieder auf dem Weg zurück nach Sisters. Sie waren eigentlich knapp einen Tag vor uns. Es war für sie, wie sie uns erzählten, eindeutig zu nass und zu kalt. Also so richtig. Sie wollten lieber 17 Meilen zurück laufen, als weitere 50 in die richtige Richtung. Beides sind keine Lutschpuppen und haben Wandererfahrung (Appalachlian Trail). Weiter erzählten sie uns, dass der hikerlose Rucksack gestern schon dastand, sie aber davon ausgingen, dass da jemand bloß dem Ruf der Wildnis gefolgt ist. Hm… komisch… Virgin und ich schwärmten in einem 300 Meterradius aus um nach irgendwas zu suchen, Spuren, keine Ahnung, eventuell ist er bei einer Sitzung irgendwo abgestürzt und oder hängen geblieben. Wir untersuchten den Rucksack nach dem Namen des Besitzers, gaben dem Sheriff einen Call und wanderten weiter. Schon nach wenigen Metern trafen wir auf weiterer unbekannte Umkehrer. Als uns nach einer weiteren Meile die uns bekannten SOS und Snickers auch entgegenkamen, beschlossen auch wir es für diesen Tag sein zulassen. Heute wäre durchzustehen, morgen sollte es aber noch übler werden. Also knapp 14 km zurück und wieder ins mukkelig-warme Motel. Meine Hände funktionierten am Ende des Tages wieder wunderbar. Die erste Amtshandlung, meiner aus Krallen zurücktransformierten Hände, war via Internet Handschuhe zu bestellen.

Lass ma gehn man! Nass und so!

Are u kidding me

Diskussion

Hm.. selfrescue? Alles stehen und liegen lassen?

Keeeerhrt um!

Dienstag: Wir wollten ja. Jedoch stellte sich jeder schlafend beim Weckerklingeln des anderen. Erstaunlich ausdauernd. Wir ignorierten zirka 10 Weckrufe unserer Telefone. Wir schlufen bis in den frühen nachmittäglichen Vormittag. Bis elf. Jeder schien tags zuvor ein wenig gelitten zu haben. Gammel. TV. Essen. Beim Outfitter gabs, nicht günstig aber vergünstigt. Ein anzügliches perfekt passendes Beinkleid und ein schnell trocknendes longsleeve, ein wenig zu groß, aber hey, da wachs ich schon wieder rein. Gammeln, tv, schlafen.

Mittwoch: die verlorenen Meilen mussten des engen Zeitplan wegen eingeholt werde. Bus nach Redmond. Vergebliche Versuche zu Hitchen, also Bus nach Madras, glücklicher Hitch nach Timberline Lodge. Da wurde „the shining“ verfilmt. Ok. Zurück auf dem Trail.


Donnerstag: Nach einer frösteligen Nacht im Zelt, weckte mich die Sonne mit einem Kuss. Ich trug fast alle meine Klamotten. Vom Rest ist nicht alles nass. Soweit so gut. Wir speisten exquisit im Cascade Dining Room der Timberline Lodge. Es gab ein ausführliches Frühstücksbuffet. Ich fragte Virgin, weil ich herzhaft begann, ob er mir für meinen zweiten Gang eine selbst gebackene Waffel oder Panecakes vom Samowar empfehlen konnte. Seine Antwort: Panecakes sind nur deprimierte Waffeln. Also Waffeln. Um 10 Uhr ging’s dann gen Nebel. Regen. Regen. Regen. Regen.

Diese Aussicht

Gucke da! Gebrüder Tannebaum

Ich kann den Wasserfall hören.. hört er sich nicht schön an!?

Christiano Ronaldo incomming

Experiment

Freitag: Nicht so einfach, wenn alles nass ist. Irgendwie muss es aber weiter gehen. Also gingen wir weiter. Fürs Ohr gabs den Potcast „Serial“. Suuuuper! Am Ende des Tages wurde es verhältnismäßig trocknen. Als ich mein Zelt aufschlug, begab ich mich aber wieder in eine feuchte Höhle.

Samstag: Ich wachte trockener auf als ich einschlief. 10 Meilen bis zur Washingtoner Grenze. Wir durchbrachen auf dem Weg nach unten die Wolkengrenze und diese gab vereinzelte Sonnenfenster frei. Fisch vom Fischmarkt (der Markt war ein Laden, aber der Fisch war frisch). Hitch über Underwood nach Trout Lake. Wir haben immer wieder Glück, das irgendjemand das Buch gelesen oder den Film gesehen hat.

In den letzten Tagen geht gar nichts

Auch die Lokals raten von jeden Versuchs ab, es zu versuchen. Es ist deprimierend. Aber im Moment geht es eben nicht.

Fotos der letzten Woche

Von Packwood über Leavenworth nach Chelan

Letzen Sontag: Wie erwartet regnete es den ganzen Tag. Die Aussicht war trübe, viel zu sehen gab es daher nicht. Das Highlight bildete das Mysterydinner, welches ich aus einer Hikerbox hatte. Dehydriertes Rührei mit Erbsen und anderem Zeug. Dazu wurde Wasser von einer Lavasteinquelle gereicht.

Letzen Montag: Verdammte Mäuse. Eine von den Biestern hat mir ein Loch ins Zelt gefressen und glotze mich, auf meinem Foodback sitzend, ganz verholen, an als ich die Augen aufschlug. Niedlich sind sie ja, aber auch frech wie Huppatz.

Birds don’t sing in the rain. Laut Virgin/Tyson. Ab in die nassen Schuhe. Feuchte Luft und kalt. Nach einer 10-minütigen Pause braucht es zirka eine halbe Stunde, um wieder warm zu werden. Der Wind fegt mir nach eigenem Ermessen die Mütze auf und ab jeden. Windig beschreibt den Tag ganz gut. Ich musste eine kleine Rettungsaktion starten, da es Yvette mehrmals fast vom den Cascade Locks geweht hätte. Den Rest des Tages rannte ich den Trail, ich hatte schließlich Geburtstag und wollte mich irgendwo mit Zucker belohnen. Ich erreichte Packwood zirka 18 Uhr und die anderen beiden brauchten fast 3h länger. Ich buchte uns dreien eine Unterkunft, duschte, war shoppen, essen und im Salon mit SoBos Billard spielen. Ich weiß nicht wie, aber ich konnte eine eigenartige Gestallt mit 15$ überreden Yvette und Tyson vom Trailhead (zirka 15 Meilen entfernt) abzuholen. Während des Gesprächs im Auto stellte sich heraus, dass er hauptberuflich Tarotkarten legt. Naja. Jedem seins..

Die nächsten viereinhalb Tage mussten des Schneesturms wegen in verschieden Örtlichkeiten ausgesessen werden. Wir waren einen Tag Tyson’s Onkel in Purin (nahe Seattle) besuchen und drei Tage in Levenworth, so ein Tourismusörtchen nach bayrischem Vorbild.

Die Fotos dieser Tage können im letzten Block bestaunt werden.

Sonntag: Ok also ab in den Schnee. Das schlimmste wird wohl ausgesessen sein. Schön war es. Schön kalt, aber dennoch schön. Mein Essen hängt nachts wieder im Baum. Trotzdem konnte ich die Mäuse mein Zelt umrunden hören. 

Montag: Das Kondenswasser gefror innen in meinem Zelt. Definitiv eine der kältesten Nächte auf dem Trail. Es fiel so unglaublich schwer den Schlafsack zu verlassen. Bis zur Mitte das Tages war es sonnig. Die Winterlandschaft war bezaubernd. Ohne Sonne war es dann aber ziemlich fröstelig. Punkt 19 Uhr war es dunkel und ich suchte mir ein Plätzchen, um mein nasses Zelt aufzubauen. 150 km Rest zur Grenze.

Dienstag: Zelt außen mit Eis bedeckt. Innen das Kondenswasser auch gefroren. Das Zelt zu verlassen war eine Qual. Die Winterlandschaft war traumhaft. Die Steigungen waren steil und lang. Hochhochhoch runterrunterrunter. 4 Bären gabs aus der Ferne zu sehen.

Mittwoch: Obwohl mein Foodbag im Baum hing, stellte ich beim Frühstücken fest, dass eine oder mehre Mäuse darin eine kleine Party gefeiert haben. Der Schaden hielt sich aber in Grenzen. Bis auf eine Reißmahlzeit wurde nur mein Müllaufbewahrungsziplock zerfleischt und alles ist voller Kacke. Macht sich super so zwischen meinem Essen. Verdammte Nager. Ich hab das Gefühl in Washington geht es entweder extrem steil und lange bergauf oder extrem lange und steil bergab. Alles bewegt sich zwischen 4000 und 7000 Fuß Höhe (zirka durch drei für Meter) Muskulär und konditionell ist das ja kein Problem. Ich merke es aber zeitlich. Diese Extreme machen langsam. Als ich gerade wieder die Schneegrenze, welche bei ungefähr 4500 Fuß liegt, auf dem Weg nach unten verließ, dachte meine Playlist sich: „Ach komm, spielen wir dem Jungen mal ‚Last Christmas’ vom George“. Unten gab es riesige Bäume zu bestaunen. Urwaldartig. Die erst Gratulantin. Eine ältere Ami-Dayhikerin sprach mir bei einem Plausch ihre Hochachtung aus und gratulierte mir schon mal für alle absolvierten Meilen bis zu diesem Punkt. Jo, von 2650 Meilen sind nur noch 100 übrig (mal 1,6 für Km). Wie auch immer. Im Dunkeln baute ich gegen 19 Uhr mein noch Teilweise nasses Zelt auf, stopfte wie die Abende zuvor, das Mäuseloch darin mit einer Socke, naschte ein zwei Kleinigkeiten, kloppte mit einem Stein ein Hering in einen Baum und hing meinen Rucksack daran. Gut Nacht.

Bitte werdet trocken

Donnerstag: 5:30 Uhr ging’s los. Noch 3 Meilen bergauf, danach 20 bergab.. hört sich auf dem Papier ganz gut an. 20 cm Schnee für 6 Stunden, lässt meinen Eifer dann aber doch schnell verfliegen und mir kommen Zweifel wie es weitergehen soll. Das Gehölz ist ziemlich dicht und mit jeder Berührung saugen meine Klamotten neue Feuchtigkeit auf. In Stehekin ein Paket abholen und wieder zurück auf den Trail. Zeit ist ein rares Gut.

Aha.. Berge hinter der Wolke

Und dann hat mir Stehekin die Entscheidung abgenommen. Nur noch 2 statt 4 Shuttles (also kein zurückkommen und nur ein 23’er Tag. Außerdem muss ich bleiben da es zusätzliche 13 Off-Trail-Meilen zurück wären. So einen 36’er Tag hatte ich bis jetzt noch nicht und es wäre nur Asphalt, was kacke ist fürs derzeitige Laufmuster und zusätzliche muskuläre Belastung, betreffend der Ausnutzung der einzelnen Muskelstränge im Faserbündel wäre. ???? Packet war auch nicht da, was ja der eigentliche Grund für diesen Zwischenstopp war. Das bedeutet, ich kann auch nicht den ersten Shuttle am Folgetag, sondern in jedem Fall erst den zweiten nehmen, da gleiches Problem wie gestern. Hitchen wäre frühstens ab 13:30 möglich. Start wäre dann 14 Uhr. Das würde bedeuten, ich schaffe dann auch nur 15 Meilen, wahrscheinlicher 12 Meilen. Beides wären Tage an den 26 gemacht werden mussten. Gehen wir vom besten Fall aus, habe ich also 3 für den ersten und 11 für den zweiten Tag verloren. Diese müssten an den übrigen Tagen aufgeholt werden. Das hieße bei maximal 4 verbleibenden Tagen 3,5 Meilen pro Tag mehr. Also 29,5 Meilen pro Tag und so weiter.. Das Terrain ist schön aber schwierig der Schnee oder Match verlangsamt zusätzlich. 25 Meilen bei diesen Konditionen fühlen sich wie 35 normale Meilen an. Eventuell ist der Zug für mich Abgefahren. Die Stimme im Kopf wird immer lauter und rechnet und rechnet und rechnet.

Freitag: Neuer Tag, neuer Plan. Nach einem Zimtrollenfrühstuck, einer Dusche und gewaschener Wäsche bestieg ich mit „French Ninja“ (21-jährier Franzose mit ähnlichem Anliegen die nicht ganz billige Fähre ‚Queen Marry eine Millionen‘, was bis auf Hiken gleichzeitig die einzige Zugangsmöglichkeit für Stehekin ist). Diese brachte uns in nur 4h nach Chelan. Wir teilten uns ein Motelzimmer und schmiedeten jeder für sich einen Plan.